Das Oberthema des letzten 13. Jahrgangs des GyM ist momentan der Expressionismus in seinen Facetten. Um sich allgemein einzustimmen besuchte die Gruppe am folgenden Tag die Gemäldegalerie am Kulturforum (Gemälde des 12. bis 18. Jahrhunderts) und durfte sich schließlich im Studiensaal des Kupferstichkabinetts vor bestellten Originalgraphiken von Goya, Schmidt-Rottluff und Beckmann schriftlich bewähren.
An diesem Abend würdigte der Kurs die Abteilung Fotografie im Museum für Fotografie in zwei Ausstellungen, zunächst den Preisträgern aus den 20er Jahren und dem Jahr 2011, die gegenübergestellt präsentiert wurden. Die jungen Gegenwartsfotografen überzeugten die Gruppe nicht so sehr. Dann wurde der Popartist der Fotografie Helmut Newton - großzügig im Museum präsent - mit seinen „Polaroids“ vorgestellt. Es sind eher kühle Mode- und Aktfotografien der 60er und 70er Jahre.
Thematisch zentraler wurde am nächsten Tag die gerade eröffnete Ausstellung „Der geteilte Himmel“ in der Neuen Nationalgalerie wahrgenommen, die zweite Folge einer Ausstellung von drei zeitlichen Phasen der deutsch-deutschen Kunstentwicklung und ihre sozialpolitische Bedingtheit. Trotz der chaotischen Vielfalt konnten eine Reihe von Einzelbildwerken typisch westlicher und östlicher Machart erkannt und bewundert werden. Dagegen war der Besuch des Brückemuseums mit den Aquarellen der Künstlergruppenmitglieder Heckel und Schmidt-Rottluff ruhig und wieder schulisch studierend ausgelegt. Die Wahrnehmung der unterschiedlichen Bildgestaltung an sich und in deren Werkentwicklung wurde hier wieder geübt und besprochen.
Zwischendurch und abends gab es genügend Zeit für persönliche Interessen. Der Besuch des Winterfeldwochenmarktes als typisches Berliner Ereignis interessierte die Schüler nicht so sehr wie das unbedingte Vorhaben eines Fotos vor dem Brandenburger Tor und das sogenannte Shopping. Am Samstag ging es am Frühnachmittag zurück mit ein wenig mehr Erfahrung im Gepäck.
