Seit Anfang Juli halten sich vier Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 in Paraguay auf. Vier Monate lang besuchen sie das Colegio Goethe in Asuncion. Am Ende jedes Monats bekommt der betreuende Lehrer Herr Torres Kaatz Post von Sophia Lammers, Friederike Mönning, Virginia Neher und Irina Wähning, die über ihre Erfahrungen des jeweiligen Monats in Südamerika berichten.
Hier einige Auszüge aus ihren Mails:
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Irina (Juli): Als wir nach 15 Minuten Fahrt vom Flughafen zu Hause ankommen, sprangen mir gleich zwei Hunde entgegen, von denen ich einen lieber nicht streicheln sollte, denn „er beisst"! Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt, ein kleines Schläfchen (ich war schon seit ca. 30 Stunden wach, im Flugzeug konnte ich nicht sehr gut nächtigen!) gehalten habe, der Oma, die unten bei uns am Haus wohnt, allen Familienmitgliedern inklusive den Hausangestellten (wir haben eine Köchin, eine Putzfrau, die auch manchmal kocht und noch eine, die sich um die Oma kümmert) und den Nachbarn vorgestellt wurde, fuhren wir zu Montse und Sophia, wo auch Friedy und Virginia mit ihren Austauschschülern sowie noch einige Klassenkameraden von Sergio und noch fünf andere Deutsche einen kleinen „Willkommensabend" veranstalteten. Doch leider war ich immer noch viel zu müde um schon erste Kontakte zu knüpfen, was aber gleich am nächsten Tag, an meinem ersten Schultag nachgeholt wurde, wo wir mit vielen Deutschen Enpanadas gekocht haben. Das sind gefüllte Teigtaschen, die unsere Köchin aber vieeeeel besser macht! :D |
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Friederike (Juli): Wo wir in Emsdetten das Fahrrad benutzen um kurze Strecken zu überwinden, wird hier stets zum Auto gegriffen. Meine Familie hat in den mittlerweile schon 3 Wochen die ich hier bin erst drei Mal zu Fuss das Haus verlassen. Doch an diese Kleinigkeit kann man sich natürlich mit Leichtigkeit gewöhnen. Ebenfalls komisch angeguckt wurde ich, als ich bei den 32 Grad im Winter in den Pool gehen wollte. Es stimmt also, dass man in subtropisch klimatischen Gebieten ein anderes Temperaturempfinden aufbaut als z.B. wir in Deutschland haben (...). Um sich hier zurechtzufinden sollte man durchaus Spanischvorkenntnisse haben, da man sonst keinen Schritt ohne ein Wörterbuch oder seine/n Austauschschüler/in gehen kann. Man lernt jedoch ziemlich rasch. Ich selbst verstehe jetzt schon fast alles, wenn langsam gesprochen wird. Nur mit dem Antworten tue ich mich noch etwas schwer. Paraguay hab ich mir nach den Erzählungen von Sergio, Seba und den anderen total anders vorgestellt. Die Tatsache nicht alleine auf die Straße gehen zu dürfen hat mich abgeschreckt und Schlimmes befürchten lassen, jedoch hat sich recht wenig davon bestätigt. Außerdem haben wir noch einen Ausflug mit den deutschen und paraguayanischen Austauschschülern, sowie Martina nach Mbatovi gemacht. Mbatovi ist ein Kletterwald der durch Paraguays Wildnis führt. Wir mussten zum Beispiel mit einer Seilbahn über eine Schlucht fahren und eine 25m hohe Steinwand herunter klettern, dieser Ausflug hat mir und auch allen anderen sehr viel Spaß gemacht. Und man hat die anderen Austauschschüler besser kennengelernt. Im Großen und Ganzen ist Paraguay ganz anders als erwartet, aber überrascht einen immer wieder aufs Neue. |
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Wir hatten vergangenen Monat 2 Ausflüge über jeweils 1 Wochenende einmal zu den Cataratas de Iguazu (den breitesten Wasserfällen und dem zweitgrößten Staudamm der Welt) und in den Chaco (Paraguays "Outback"). Auf den Ausflügen waren wir mit den anderen deutschen Austauschschülern und jeweils 2 Begleitpersonen. Die Ausflüge haben beide riesigen Spaß gemacht. Was ich an diesen beiden Wochenenden erlebt habe ist einfach unbeschreiblich und allein dafür hat es sich gelohnt Geld und Arbeit in diesen Auslandsaufenthalt zu investieren. Ich freue mich zwar auch auf Zuhause, aber mit jedem Tag der verstreicht denke ich daran was ich hier alles schon erlebt habe und bin traurig, dass nur noch so wenig Zeit bleibt! |
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Sophia (September): Jetzt ist hier schon der Frühling eingekehrt, allerdings fühlt es sich für mich wie ein wärmerer Sommer an. Im September habe ich wieder so viele schöne Sachen erlebt und direkt am ersten Tag etwas Typisches gebacken: Chipa - ich liebe es! Es war gar nicht so leicht es so perfekt hinzubekommen, aber warm schmeckte es sehr lecker! Am 6. September war der Geburtstag von Montse und ich schenkte ihr eine Tasche und einen selbstgebackenen Kuchen. Es war Fantakuchen, aber in veränderter paraguayischer Art mit Dulce de leche, denn das darf hier natürlich nicht fehlen! [...] Im Moment sind Schulsprecherwahlen und es gibt zwei Parteien, die alles tun, damit man sie wählt. Sie veranstalten Modenschauen, verschenken Blumen, Muffins... Diese Woche fand eine Pintata statt, dort malten wir Wahlplakate, machten eine Wasserbombenschlacht oder malten unsere Gesichter in den Farben von Paraguay an. Sie hatten sich auch alle verkleidet und veranstalteten am Morgen vor der Schule sowas wie einen Mini- Karneval. Wir hatten viel Spaß und es ist lustig zu sehen, was sie hier alles dafür unternehmen! Allgemein war ich im September auf zwei Quincen und vielen anderen Partys. Hier gebt es viel mehr Partys für Jüngere als in Deutschland und es wird dann hier einfach in einem riesigen Garten von jemandem gefeiert. Voll cool! Am letzten Donnerstag war ich mit Montse und ihren Cousinen auf dem Open Air Konzert von Nick Jonas und auch wenn ich vorher nicht so viel Lieder von ihm kannte, war es einfach eine einmalige und atemberaubende Nacht! Wir amüsierten uns gut und das Wetter spielte auch mit! Gestern war es unfassbar heiße 44 Grad, aber im Pool von der Oma lässt es sich super gut aushalten! Heute morgen kam dafür der heftigste Regenschauer, den ich je erlebt habe und die Straßen waren überschwemmt. So ist es hier in Paraguay, jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Leider geht dieses Abenteuer viel zu schnell vorbei und bald sitzen wir schon wieder im Flieger nach Deutschland! Wir vier genießen noch unsere verbleibende Zeit und sind gespannt, was uns noch alles erwartet! |
