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Paulina lebt ihren 'American Dream'

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Paulinas amerikanischer Traum 4„Hey guys, how are y’all doing?“ Typischer Montagmorgen, erste Stunde in einer amerikanischen High School. 18 Schüler sitzen im Klassenraum und warten mehr oder weniger gespannt auf den Start des US-History Unterrichts.  Als der Lehrer anfängt über die Industrialisierung Amerikas zu reden, verfällt die Hälfte der Klasse wieder in ihren normalen Schlafzustand zurück.

Deutschland und Amerika sind eben doch nicht so unterschiedlich.

 

 

Aber hallo erstmal, mein Name ist Paulina, ich bin 15 Jahre alt und werde im Januar 2012 die 10te Klasse des Gymnasium Martinums besuchen. Doch das erste Halbjahr verbringe ich im Rahmen eines Austauschprogrammes in den USA. Genauergesagt in Fort Valley, Georgia.

Nachdem sich meine Gastfamilie schon vor meiner Ankunft einmal gewechselt hat, lebe ich nun in einem alten Farmhaus zwischen Feldern und Wiesen (okay, nennen wir es mitten in der Pampa). Meine Familie besteht aus Gastmutter Jen, Gastvater Casey und meinen Gastgeschwistern Rachel (15), Natalie (14), Ian (10) und Isaiah (9). Außerdem 4 Hunde und ein Schwein.  Alle sind nett und vor allem mein Gastvater ist extrem lustig (Originalzitat: “Wenn du jemanden umbringen willst, tu es bitte in der Nähe von der Tür. Dann müssen wir ihn nicht so weit raustragen.“)

Ich besuche die Crawford County High School. Ich finde mich sehr gut zurecht dort (okay, 400 Schüler und vielleicht so groß wie der Biotrakt am Martinum). Neben normalen Fächern wie Mathe, ist der Rest sehr agrarökonomisch orientiert und es gibt viele Rednecks (Landeier). Ich persönlich habe US-History, PE, Mathe, Business, Englisch, Spanisch und Food, Nutrition & Wellness gewählt. Schule ist sowas ähnliches wie Erholungscamp mit frühem Aufstehen. Ich lerne nie und habe trotzdem nur A’s und B’s. Aufgrund der Größe meiner Schule und der Tatsache dass ich der erste Austauschschüler seit Jahren bin, hab ich sofort einen ‚celebrity-status‘ erhalten. Es ist zwar extrem komisch durch den Gang zu laufen und Leute, mit denen du noch noch nie geredet hast (oder deren Namen du mal wieder vergessen hast) grüßen dich mit „Hey German, what‘s up?“. Leider bietet meine Schule nicht viele außerschulische Aktivitäten an, aber ich bin diese Saison Cross Country für das Schulteam gelaufen und spiele nun Basketball im Kirchenteam.

Meine Freizeit verbringe ich meistens mit meiner Familie, Freunden und vor allem in der Kirche! In den ersten Tagen war ich regelrecht geschockt über das tägliche Tischgebet, die Tatsache, dass im Auto nur christliche Musik gehört wird und die Kirchenbesuche am Mittwoch und Sonntag. Aber nach 3 Monaten hier bin ich echt glücklich über die Kirche. Ich habe so viele tolle Freunde kennengelernt und Mittwochsgottesdienste sind sowas wie das Highlight meiner Woche.

Einzigartig bleibt für mich immer noch die Tatsache, dass meine Familie keinen Fernseher hat und wir zum  Baseball und Football gucken jedes Mal zu meiner Hostgrandma fahren, die manchmal nicht funktionierende Toilettenspülung und die unglaubliche Intelligenz mancher Amerikaner! Sprüche wie ‚Du kommst aus Deutschland? Sag mal was auf Spanisch!‘  oder ‚Deutschland? Gibt es dort nicht Kannibalen?‘  sind  keine Seltenheit.  Jedoch gewöhnt man sich schnell daran, Deutschland, unsere Kultur und vor allem deutsche Schimpfwörter zu erklären.

Trotz des zum Teil extremen Südstaaten-Akzents und einem hohen Anteil an Ebonics (Akzent den Afroamerikaner sprechen) ist es absolut kein Problem sich zu verständigen. Spätestens nach einem Monat war ich total in der englischen Sprache drin. Ich habe jetzt schon viele neue Wörter gelernt und spreche absolut fließend ohne nachdenken zu müssen.

Alles in allem, bin ich superglücklich hier! Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens ins Ausland zu gehen. Das Englisch verbessert sich wie im Flug, die neue Kultur ist super spannend und die neuen Freunde und Erfahrungen machen meinen Aufenthalt jetzt schon UNVERGESSLICH.

Kurz gesagt: ICH LEBE MEINEN AMERICAN DREAM!

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