Was soll ich nur werden? Unter dieser sanft verzweifelt klingenden Überschrift berichtete Jan-Niklas Hellmann in der Emsdettener Volkszeitung über einen Baustein der Berufs- und Studienberatung des Martinums. Wir dokumentieren den Artikel.
Was soll ich nur werden?
Berufsnavigator unterstützt bei der Berufswahl
EMSDETTEN. Während die einen Schüler schon eifrig ihren Berufswunsch anstreben, gibt es auch die, die sich noch nicht im Job-Dschungel zurechtgefunden haben. So viele Berufe gibt es, doch welcher ist der richtige für mich?
Für diese Schüler, aber auch alle anderen, die sich noch nicht ganz sicher sind, gibt es gestern und heute am Martinum das Angebot "Berufsnavigator". In rund fünfzig verschiedenen Charakterzügen müssen die Schüler der Jahrgangsstufen zehn und elf sich selbst und andere Mitschüler bewerten. Dazu wurden sie vorab von den Lehrern in kleinere Gruppen eingeteilt. Pro Runde wird immer ein Schüler mit den Noten von eins bis sieben, von überragend bis sehr schlecht, bewertet. Eine Herausforderung für jeden, seine Klassenkameraden mal ganz objektiv zu sehen.
Kriterien beurteilt
Disziplin, Pünktlichkeit und Humor sind nur einige der Kriterien, die beurteilt werden. Am Ende entsteht so ein persönliches Stärkeprofil für jeden Schüler, das in den Kleingruppen besprochen wird.
Gemeinsam mit den Schülern wird dann eine To-Do Liste erarbeitet, die ihnen beim Erreichen ihres Wunschberufes helfen soll. "Die To-Do Liste kann Dinge beinhalten, wie ein Betriebspraktikum, eine Steigerung der Schulnoten oder auch nur sich bei Bekannten in dem Berufsfeld zu informieren", erklärt Tanja Graßmel vom Berufsnavigator. Außerdem gehen die Berater auch auf die persönlichen Interessen der Schüler ein, etwas, das der Test nicht erfassen kann.
"Parallel dazu wertet der Computer die Stärken aus und wählt aus über 300 Berufen insgesamt zehn adäquate Berufsbilder aus. Vom Arzt bis zum Kaufmann für audiovisuelle Medien ist alles dabei", erklärt Graßmel.
Festgelegt wurden die Anforderungsprofile von Mitarbeitern des Berufsnavigators. Diese besuchen in regelmäßigen Abständen verschiedene Firmen, und aktualisieren die Anforderungsprofile. So bleibt die Berufsdatenbank immer auf dem neusten Stand und wird außerdem ständig erweitert.
Neue Optionen
Gut angekommen ist dieses Angebot auch bei den Schülern. Auch wenn einige keine neuen Berufsfelder angeboten bekamen, sahen sie sich wenigstens in ihren bisherigen Überlegungen bestätigt. Für andere ergab der Test ganz neue Optionen in der Berufswahl.
Quelle: EV vom 10.11.2010, LO 3, Autor: Jan-Niklas Hellmann
Die Durchführung des zweitägigen Navigators mithilfe eines 8-köpfigen Expertenteams ist - wie verständlich ist - mit Kosten verbunden. Die (immerhin betragen die "Kursgebühren" für die Schülerinnen und Schüler pro Person 60 Euro) haben für den diesjährigen Navigator die Volksbank Nordmünsterland, der Kreis Steinfurt und die Arbeitsagentur übernommen.
