Marien- und Martinumschüler gewinnen Landespreis beim Geschichtswettbewerb

Sieben Schüler aus Emsdetten haben beim diesjährigem Geschichtswettbeweb des Bundespräsidenten einen Landespreis erhalten. Am Montag, den 03. Juli fuhren die Schüler der Marienschule und des Gymnasiums Martinum nach Bonn um den Preis entgegenzunehmen. Begleitet wurde die Gruppe durch die drei Geschichtslehrer Donata Hillmann und Daniel Peitz (beide Gymnasium Martinum) und Sebastian Hake (Marienschule).

Bei dem alle zwei Jahre stattfindendem Wettbewerb wurden bei der aktuellen Runde insgesamt bundesweit 1639 Beiträge eingesendet. 461 davon kamen aus NRW. Davon wurden 69 mit einem Landespreis ausgezeichnet. Bundesweit hatten sich 5.064 Kinder und Jugendliche an dem Wettbewerb beteiligt. Die Entscheidung über die Bundespreise stehen noch aus. ( Mehr Infos unter: www.koerber-stiftung.de)

Unter dem Titel „Kreuz unterm Hakenkreuz? – Der Fall Ammermann in Emsdetten (1935)“ hatten die drei Marienschüler Alexander Demin, Albert Gjemaili und Ahmet Fidan zusammen mit den drei Martinumsschülern Timo Zinczuk, Joseph Wessels, Jan Willermann schulübergreifend den Fall des Emsdettener Kaplans Fritz Ammermann aufgearbeitet, der 1935 in der Kirchstraße von einem Nationalsozialisten öffentlich geohrfeigt worden war (Die EV berichtete über die Arbeit der Schüler am 19. September 2016 und über den Vortrag im Heimathaus am 16. Februar 2017).

Die Stadtarchivarin Annelie Niethmann hatte die Gruppe im Stadtarchiv Emsdetten auf das Quellenmaterial in Form von Briefwechseln aufmerksam gemacht. In einem Brief an die Polizeibehörde beschrieb Kaplan Ammermann, wie er am 28. Juni 1935 auf seinem Fahrrad die Kirchstraße durchfuhr und den Zug des Arbeitslagers Reckenfeld überholte, ohne dabei dessen Fahne zu grüßen. Es kam zu einer Ohrfeige, mit welcher der Kaplan gezwungen werden sollte, den verpassten Gruß nachzuholen.

Die sechs Schüler stellten sich nach dem Quellenfund, die Frage nach dem Ausgang des Ereignisses, dem weiteren Schicksals des Kaplans und des Verhältnisses zwischen Kirche und Nationalsozialismus in Emsdetten. Ihre Ergebnisse stellten die Acht- und Neuntklässler in einem mit umfassendem Quellenmaterial gestalteten Vortrag im Heimathaus dar, welchen sie in Form eines Films unter Anleitung des ehrenamtlichen Kameramanns Bernd Neuser aufnahmen. Durch die Berichterstattung der EV meldeten sich anschließend drei Zeitzeugen aus Emsdetten, zwei davon mit Leserbriefen, die Kaplan Ammermann noch persönlich gekannt und erlebt haben: Dr. Heinz-Engelbert Fröhlich, Else Lamkemeyer und Paul Haerkötter. Trotz ablaufender Frist für den Wettbewerb gelang es den Schülern noch die Zeitzeugen Fröhlich und Haerkötter vor laufender Kamera zu interviewen und die Zeitzeugeninterviews in den 45minütigen Film als Wettbewerbsbeitrag zu integrieren.

Auch die Schülerin Laureen Balz (Klasse 11, Gymnasium Martinum, Emsdetten) hat einen Landessieg errungen mit ihrem Einzelbeitrag „Die Sonntagsruhe – Geschäftsschädigend oder familien- und freizeitfreundlich?“. Darin hat sie die Diskussion um verkaufsoffene Sonntage früher und heute verglichen, indem sie einen Emsdettener Fall aus dem Jahr 1925 multiperspektivisch erforschte und die hierin zu Grunde liegenden Argumente mit denen aus der Münsterschen Debatte aus dem letzten Jahr verglich.

Die Marienschule und das Gymnasium Martinum haben sich außerordentlich über den Erfolg beider Wettbewerbsbeiträge auf Landesebene gefreut und erwarten gespannt die Entscheidung der Bundesjury.

Geschichtswettbewerb

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