Q2-Geschichtsschüler*innen auf Spurensuche DDR

Unter normalen Bedingungen wären die Schüler*innen, die im Fach Geschichte Abitur machen, in der vergangenen Woche für drei Tage nach Berlin gefahren, um dort in Gedenkstätten über das Leben in der DDR zu lernen. Da diese Fahrt schon vor den Sommerferien unter der aktuellen Corona-Lage abgesagt wurde, wurde als Kompromiss ein Seminartag in Münster im Franz-Hitze-Haus veranstaltet.

Hier bereiteten Referenten der Villa ten Hompel sehr sorgfältig ein interessantes Programm vor und leiteten die Schüler*innen des Martinums durch den Tag. Nachdem allgemeines Wissen zum Leben in der DDR erarbeitet wurden, versetzten sich die Schüler*innen in die Lage von Jugendlichen, die unter dem Stasi-Regime litten. Schrittweise wurde den Teilnehmenden Wissen über Anpassung und Widerstand gegenüber dem kommunistischen Regime vermittelt. Programmhöhepunkt des Nachmittage bildete das Zeitzeugengespräch mit Barbara Steffen, die die Schüler*innen eigentlich in Berlin treffen sollten und ihr nun über Zoom Fragen über ihre Jugend in der DDR stellen konnten. Besonders beeindruckend fanden ihre Zuhörer*innen die Schilderungen über ihren Widerstand und die daraus resultierenden Folgen. So durfte die Zeitzeugin beispielsweise kein Abitur absolvieren, da sie sich aus religiösen Gründen weigerte kommunistischen Jugendgruppen beizutreten. Sie schilderte eindrücklich, dass ihr Leben auf Grund der Einschränkungen, die ihr die DDR bereitete, 20 Jahre zeitversetzt stattfindet. Sie holte ihr Studium der Psychologie nach der Wende nach und hat sich vor zwei Jahren ihren Traum einer eigenen Therapiepraxis ermöglicht. Dadurch ist den Schüler*innen, die sich gerade in einer ähnlichen Situation der Berufswahlorientierung befinden, klar geworden, wie wichtig es ist, in ihrer Entscheidung nach Neigung und Interesse frei zu sein.

Geschichtsexkursion