Q2-Schüler*innen auf Spurensuche zur DDR-Geschichte in Berlin

Von Mittwoch, dem 12. September 2018 bis Freitag, den 14. September fuhren die Schüler*innen der Geschichtskurse der Q2, sowie die Lehrerinnen Frau Hillmann und Frau Schüßler im Rahmen einer Studienreise nach Berlin. Der thematische Schwerpunkt der Exkursion war das Leben der Bewohner in der DDR.

Wie jedes Jahr wurde die Fahrt vom Franz-Hitze-Haus in Münster organisiert.

Berlinfahrt Q2_1Zur Vorbereitung der Schüler*innen fand dort am Mittwoch ein einführendes Seminar, das über das Leben der Jugendlichen in der DDR aufklärte, statt. Schrittweise wurde den Teilnehmenden Wissen über Anpassung und Widerstand gegenüber dem kommunistischen Regime vermittelt. Am späten Nachmittag begab sich die Studiengruppe, in Begleitung der Referenten der Bildungseinrichtung, nach Berlin, wo sie gegen 22 Uhr ankamen.

Am Donnerstagnachmittag fuhr die Gruppe zur Gedenkstätte Hohenschönhausen, wo sie an einer Führung durch das ehemalige Stasi-Gefängnis teilnahmen. Obwohl der Rundgang leider nicht, wie häufig der Fall, von Zeitzeugen, sondern von Historikern übernommen wurde, waren die Einblicke sehr detailliert und interessant. So konnte man original eingerichtete Folterzellen und Verhörräume betreten.

Im Anschluss führten die Schüler*innen ein Gespräch, das sie bereits am Morgen vorbereitet hatten, mit einer Zeitzeugin im Hostel. Barbara Steffen erzählte über ihr Leben in der DDR und beantwortete alle Fragen der Gruppe. Besonders beeindruckend fanden ihre Zuhörer*innen die Schilderungen über ihren Widerstand und die daraus resultierenden Folgen. So durfte die Zeitzeugin beispielsweise kein Abitur absolvieren, da sie sich aus religiösen Gründen weigerte kommunistischen Jugendgruppen beizutreten. Der restliche Abend stand den Schüler*innen zur freien Verfügung, sodass sie die Stadt erkunden konnten.

Berlinfahrt Q2_2Der Freitag begann mit einem Rundgang entlang der East Side Gallery, dem längsten noch erhaltenen Stück der Berliner Mauer, im Stadtviertel Friedrichshain. In einem Vortrag einer Referentin vor Ort wurde den Schüler*innen die Bedeutung des Denkmals heute vermittelt. Anschließend erwartete sie eine Führung durch die Gedenkstätte “Berliner Mauer”, in der historische Ereignisse rund um den Mauerbau thematisiert wurden. Hier wurde ebenfalls über Fluchtversuche von DDR-Bürgern geredet, sowie über die zahlreichen Todesopfer, die es nicht schafften in den Westen zu fliehen und bei dem Versuch die Mauer und die Todesstreifen zu überqueren, ihr Leben ließen. Darunter waren sogar Babys und Kinder.

Der letzte Besichtigungsort war der “Tränenpalast”, der seinen Namen durch die zahlreichen Abschiede, die dort während der DDR zwischen Bürgen aus Ost und West stattfanden, erhielt. In diesem Museumsrundgang wurde deutlich, wie massiv das Leben der Bürger der BRD und der DDR durch den Mauerbau eingeschränkt wurde. Gleichzeitig konnte man jedoch erkennen, dass die Bürger beider Länder mit allen Mitteln versuchten die Beziehungen trotz aller Barrieren aufrechtzuerhalten.
Freitagabend erreichte die Gruppe gegen 21 Uhr wieder Emsdetten.

Insgesamt war die Exkursion sehr lehrreich und konnte den Schüler*innen das Leben in der DDR sehr gut veranschaulichen.