Spurensuche DDR - Schüler*Innen der Q2 auf Studienfahrt

Vom 11. bis zum 13. September fuhren Schüler und Schülerinnen aus den Geschichtskursen der Q2 mit Frau Hillmann und Herrn Peitz zwecks einer Bildungsfahrt nach Berlin. Thematisiert wurde das Leben der Menschen in der DDR.

Berlinfahrt_2Die Exkursion begann im Franz-Hitze-Haus in Münster. Hier eigneten sich die Schüler/innen Grundwissen über die DDR an, indem sie unter anderem Beispiele von Fällen untersuchten, in welchen Jugendliche von der Stasi (Staatssicherheit) überwacht und ausspioniert wurden. Um sich in die Lage der Opfer hinein versetzten zu können, versuchten die Schüler/innen die einzelnen Fälle in einem kurzen Theaterstück nachzuspielen. Aber auch über das kommunistische Regime und die Auflehnung der Menschen diesem gegenüber wurde gesprochen. Dann fuhr die Gruppe mit dem Zug nach Berlin.
Am darauffolgenden Tag wurde das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen besucht. Hier führte ein ehemaliger Häftling eineinhalb Stunden durch die bedrückenden Räumlichkeiten (wie z.B. Folterzellen oder Vernehmungsräumen), welche zum größten Teil noch original erhalten waren und erzählte neben den objektiven Informationen auch seine persönliche Geschichte. Nach einer dreißig minütigen Pause hatten alle noch einmal die Chance Fragen an den ehemaligen Gefangenen zu stellen. Dieser gab sich große Mühe die Fragen ausführlich zu beantworten und den Wissensdurst der Besucher zu stillen. Es war sehr interessant und alle waren dankbar.

Berlinfahrt_1Danach folgte ein Gespräch mit Barbara Steffen, einer weiteren Zeitzeugin. Sie hielt gegen das kommunistische Regime Widerstand und weigerte sich aus religiösen Gründen den Jugendgruppen der DDR beizutreten. Daraus resultiert beispielsweise, dass es ihr nicht erlaubt war das Abitur zu absolvieren. Auch hier stellten die Schüler/innen viele Fragen. Den verbleibenden Abend konnten diese dann individuell nutzen.

Der letzte Tag begann mit einer Diskussion über ein Hostel, welches seinen Gästen die Möglichkeit bietet noch einmal “in der DDR zu übernachten”. Denn es ist vom Mobiliar bis zum Essen hin wie zu Zeiten der DDR eingerichtet. Viele der Schüler/innen standen diesem skeptisch gegenüber, da man nicht vergessen dürfe, dass es zwar nicht allen Menschen in der DDR schlecht ging, allerdings auch viele darunter leiden mussten.

Darauf folgte ein Spaziergang entlang der East Side Gallery. Dabei handelt es sich um das längste noch erhaltende Stück der Berliner Mauer, an dem die Schülergruppen selbst zur Sehenswürdigkeit wurde (s.Foto). Anschließend nahm die Gruppe an einer Führung der Gedenkstätte der Berliner Mauer teil. Während dieser Führung ging es unter anderem um die Fluchtversuche der Menschen, bei welchen allerdings viele ihr Leben am Todesstreifen oder auf andere Art und Weise verloren. Darunter auch Kinder und Babys.

Der letzte Programmpunkt der Exkursion umfasste eine Führung durch den sog. “Tränenpalast”, bei welchem es sich um eine Grenzübergangsstelle handelt. Den Namen erhielt diese durch die zahlreichen Tränen, welche hier bei Abschieden vergossen wurden. Denn die Menschen wussten nicht, wann oder ob sie sich jemals wiedersehen würden. Hier wurde noch einmal ganz deutlich, wie sehr die Menschen (sowohl aus der DDR als auch aus der BRD) unter der Mauer litten und wie diese sie einschränkte.

Insgesamt waren alle Schüler/innen von der Exkursion sehr begeistert und jeder hat etwas gelernt.