Frankreichaustausch 2017

34 Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Martinum waren vom 22. bis 29. März  zum Schüleraustausch im nordfranzösischen Amiens.

Nachdem Ende Januar die Schülerinnen und Schüler des College Jean-Marc Laurent und des College Amiral Lejeune bei ihren Austauschpartnern zu Besuch waren, hatten die Emsdettener nun ihrerseits die Gelegenheit, das Leben in Frankreich kennenzulernen und natürlich auch im Rahmen von diversen Ausflügen die Region zu erkunden. So ging es neben einer Besichtigung der Stadt Amiens auch nach Boulogne sur Mer.

Austausch

 Amiens befindet sich in der Picardie und liegt am Fluß Somme. 100 Jahre ist es her, dass diese Region zum Schauplatz für die Kämpfe des 1. Weltkriegs wurde. Während der Somme-Offensive von März bis September 1916  kämpften hier über 20 Nationen und 3 Millionen Soldaten entlang einer Frontlinie gegeneinander. Viele Plätze in der Gegend um Amiens zeugen davon.

Was liegt also gerade in diesen Jahren - 100 Jahre nach diesen Ereignissen - näher, als sich mit diesem Thema zu beschäftigen? Genau das haben die Achtklässler des Martinums im Französischunterricht gemacht. Mit einer Dokumentation bereiteten sie sich auf die Fahrt nach Amiens vor. So konnten die Schülerinnen und Schüler ihr geschichtliches Wissen auffrischen, sie bekamen aber auch Zeit, Fragen zu notieren, auf die sie während des Austausches Antworten finden sollen. Auch die Jugendlichen, die selbst nicht am Austausch teilnehmen, gaben den Mitschülern ihre Fragen mit auf den Weg: "Wie fühlt es sich an, in einen Schützengraben zu stehen?", "Wie viele Soldaten sind dort ums Leben gekommen?", "Wie erinnert man sich heute noch an die Ereignisse?" - diesen und anderen Fragen wollten die Austauschteilnehmer auf den Grund gehen.

Beim Austausch ging es dann gemeinsam mit den französischen Austauschpartnern auf die große Erkundungstour, den Circuit de Souvenir. Unter der Leitung des Tourguides Pierre wurden verschiedene Stationen angefahren. Schon auf dem Weg zum ersten Stopp konnten die Jugendlichen spüren, was sie an diesem Tag erwartete.Vorbei an diversen britischen Soldatenfriedhöfen ging es zur deutschen Kriegsgräberstätte Fricourt. Hier liegen 17.000 deutsche Soldaten begraben. Niedergelegte Kränze und Briefe zeugen davon, dass noch heute Deutsche an diesen Ort kommen, um um ihre Vorfahren zu trauern. Und so wurde bereits hier auf einmal alles, was zuvor im Unterricht gelernt wurde, praktisch erfahrbar.

AustauschBeindruckend war auch der nächste Halt: Der Lochnagar Krater ist der grösste Bombentrichter des 1 .Weltkriegs und er zeugt von der britischen Explosionsserie des 1. Juli 1916, die den Beginn der Somme-Offensive markierte. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich überrascht und schockiert über das Ausmaß, das die Explosion einer Bombe haben kann.

Weiter ging es nach Thiepval. Dieses weltweit größte britische Kriegerdenkmal, an dem im letzten Jahr zum 100. Jahrestag der Schlacht an der Somme auch die britische Königsfamilie der Opfer des 1. Weltkriegs gedachte, dient der Erinnerung an die über 70.000 britischen Soldaten, die nach der Schlacht an der Somme vermisst wurden. Rund um das Monument finden sich wiederum verschiedene Friedhöfe, wo die Schülerinnen und Schüler schnell feststellen konnten, dass man anhand der verschiedenen Grabsteine erkennen kann, ob es sich um britische, französische und deutsche Soldaten handelt, die dort begraben liegen.

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Ein letzter Stop auf dem Circuit de Souvenir wurde schließlich in Beaumont-Hamel eingelegt. Diese kanadische Gedenkstätte erinnert an die Neufundland-Regiment, das 1916 hier von den Deutschen angegriffen wurde. Zudem bietet es die Gelegenheit, sich selbst in das Netzwerk der früheren Schützengräben zu begeben. Das Gefühl, dort zu stehen, wo sich die gegnerischen Truppen belagert haben und die ergreifenden Erläuterungen des Tourguides dürften dazu beigetragen haben, dass die Schülerinnen und Schüler anschließend viele der vorher offenen Fragen beantworten konnten.

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Und so waren sich die Schüler am Ende einig, dass es zwar ein langer und anstrengender Tag war, dass es aber auch sehr spannend war, die originalen Kriegsschauplätze zu besichtigen.