Vom Schulsanitäter zum stellvertretenden Bundesjugendsprecher

Es begann mit einer Ausbildung zum Schulsanitäter am Gymnasium Martinum. Dann kam die erste Fahrt ins Lager, die Gründung einer eigenen Kindergruppe und die Mitarbeit im Ortsjugendführungskreis. Sonntag wurde der Saerbecker Tristan Linnemann in den Bundesjugendführungskreis der Malteser Jugend gewählt.

 

Die 63. Bundesjugendversammlung der Malteser wählte an diesem Sonntag in Mainz einen neuen Bundesjugendführungskreis. Sandra Dransfeld als im Amt bestätigte Bundesjugendsprecherin, Benedikt Genter als ein neu gewählter stellvertretender Bundesjugendsprecher und Jannik Jakob als neu gewählter Jugendvertreter gehören diesem Gremium gemeinsam mit Ruth Bellmann als Vertreterin der Malteser Jugend im Präsidium des Hilfsdienstes an. Außerdem zum stellvertretenden Bundesjugendsprecher gewählt: Tristan Linnemann, der aktuell auch als Ortsjugendsprecher die Aktivitäten der Malteser Jugend in Emsdetten mitgestaltet. Hier hat der 20-Jährige vor sechs Jahren den Weg über den Schulsanitätsdienst am Gymnasium Martinum in die verbandliche Jugendarbeit gefunden. „Ich bin jetzt mittlerweile seit sechs Jahren in der Malteser Jugend und das nur, weil ich mich zum Glück dafür entschieden habe, beim Schulsanitätsdienst mitzumachen“, blickt Tristan Linnemann zurück. „Als ich das Angebot bekommen habe mit in ein Ferienlager zu fahren, war ich von der Gemeinschaft dort einfach nur begeistert. Abends am Lagerfeuer zusammensitzen, tagsüber viele bunte Spiele und ein Zusammenhalt, der unbeschreiblich ist. Das hat mich dazu gebracht, mich stärker engagieren zu wollen“. Gesagt, getan: Zuletzt war Linnemann auch als Kreisjugendsprecher aktiv und hat die verschiedenen Jugendgruppen der Malteser im Kreis Steinfurt vernetzt. An seine Zeit im Schulsanitätsdienst erinnert er sich gerne zurück: „Ein Schüler hatte mal einen Asthma-Anfall, allerdings das Spray vergessen. Wir haben es dann geschafft, den Anfall durch bloßes Beruhigen des Schülers zu stoppen ohne, dass Medikamente notwendig gewesen wären. Das war echt cool!“

Schulsanitätsdienst als Sprungbrett

Den Schulsanitätsdienst als Sprungbrett in die verbandliche Jugendarbeit haben schon andere erfolgreich genutzt. Auch Lutz Hüser und Katharina Nischik von der Emsdettener Malteser Jugend, die beide an diesem Wochenende ihre Amtszeit im Bundesjugendführungskreis beendet haben wurden hier zu Schulsanitätern ausgebildet, bevor sie sich in Gruppenleitungen und dann in verschiedenen Gremien engagierten. Gleiches gilt auch für Annika Nischik, die diesen Sommer zur Diözesanjugendsprecherin der Malteser gewählt wurde. „Der Schulsanitätsdienst hat eine Bilderbuchkarriere hinter sich“, schrieb sie schon vor fünf Jahren in einem Rückblick auf das 5-jährige Jubiläum dieses Dienstes – das lässt sich mit Blick auf die Entwicklung der ehemaligen Schulsanitäter wohl so sagen!

Andere begeistern

In der Malteser Jugend brachte sich Tristan Linnemann dann schnell auch im Ortsjugendführungskreis ein. Zunächst als Jugendvertreter, später dann – bis heute – als Ortsjugendsprecher. Vor zwei Jahren dann gründete er zusammen mit Freunden aus seiner eigenen Jugendgruppe eine neue Kindergruppe. Was er in seinem ersten Lager erfahren durfte ist, was er auch an seine Gruppenkinder weitergeben will: „Jeder hat in der Malteser Jugend einen Platz“. Andere für die Jugendarbeit begeistern und auch über Grenzen hinaus mit Jugendlichen an spannenden Themen zu arbeiten ist, was ihn anspornt. „So wie bei uns auf Ortsebene in Emsdetten finde ich auch die generationenübergreifende Arbeit sehr wichtig, denn davon können wir alle nur profitieren“, erklärt Tristan Linnemann. Er ist nun besonders gespannt auf die ersten Projekte auf Bundesebene. Für die Treffen in Köln (Sitz der Malteser Zentrale in Deutschland) hat Linnemann übrigens einen kurzen Anreiseweg: Für seine Ausbildung zum Radiologieassistenten ist er gerade erst von Saerbeck nach Köln gezogen.

Der Schulsanitätsdienst der Malteser am Gymnasium Martinum wurde vor 10 Jahren auf Initiative einiger Schüler gegründet. Ob große Pause, Schulfest oder Sportturniere: Wenn ein Schüler Hilfe benötigt, sind die Schulsanitäter zur Stelle. Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler wurden in den vergangenen zehn Jahren durch die Malteser Emsdetten in Erster Hilfe ausgebildet und machen ihre Schule damit zu einem sichereren Ort. Der Einsatz lohnt sich: 2012 wurde der Schulsanitätsdienst am Gymnasium Martinum im bundesweiten Schulsanitätsdienstwettbewerb der Malteser mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

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Neuer stellvertretender Bundesjugendsprecher der Malteser ist seit Sonntag Tristan Linnemann (Fotos: Marcel Schlüter)

 

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Schulsanitäter der Malteser helfen, wenn Mitschüler Hilfe bnötigen. Die Malteser legen Wert auf eine gute Ausbildung von Schulsanitätern. (Fotos: Pressefoto Malteser)