Philosophie

Was ist Philosophie?

Philosophie, dieser Begriff kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet
Liebe zur Weisheit
, zusammengesetzt aus philos (Freund) und sophia (Weisheit).

Wenn man philosophiert, freundet man sich mit einer bestimmten Art nachzudenken und zu fragen an. Solange philosophiert wird, interessiert nämlich nicht, ob die Katze grau ist oder man die Jeans „cool“ findet, sondern man fragt statt dessen tiefer gehend.

Weisheit. Ein von seiner Bedeutung her großes, fremdes und merkwürdiges Wort?

Viele denken bei Philosophie jedenfalls an etwas sehr schwer Verständliches, vielleicht auch Geheimnisvolles und an komische, seltsame, weltfremde Typen, die philosophieren und ... mit einem Buch in der Hand gegen eine Laterne rennen ...

Stimmt dieses Klischee?

Wer philosophiert, stellt also grundsätzliche Fragen. Man ist damit schon weise (wenigstens ein bisschen), weil man mit dem Stellen wichtiger Fragen und dem Versuch sie zu beantworten ja nach Weisheit strebt.

Philosophen und Philosophinnen leben nicht (oder nur ganz selten) im „stillen Kämmerlein“, zurückgezogen und einsam. Heutzutage gibt es Philosophen und Philosophinnen, die Ärzte, Forscher und Politiker beraten. Wenn wir an so wichtige Frage denken wie „Dürfen Ärzte unheilbaren, schwerkranken Menschen auf deren Wunsch beim Sterben helfen?“, kann man das gut nachvollziehen. „Darf man Menschen (oder überhaupt Lebewesen) gentechnisch verändern?“ „Was dürfen oder sollen wir tun, damit wir moralisch verantwortungsvoll handeln?“ Zum Beispiel solche (und andere) philosophische Fragen werden in der Q1 behandelt.

Es gibt sogar niedergelassene Philosophen und Philosophinnen, die eine Praxis haben (so wie Ärzte und Psychologen), in der sie mit Menschen über deren Leben sprechen und wichtige Fragen mit diesen Menschen zu beantworten versuchen, z.B.: „Was ist Glück?“ „Was ist Liebe?“ „Was ist der Lebenssinn?“ Auch diese Fragen gehören in den Philosophieunterricht (besonders in die Einführungsphase). Aber auch: „Was bedeutet das Internet für das Zusammenleben der Menschen?“ „Wann dürfen Technologien als „fortschrittlich“ gelten?“

Auch im Unterricht beschäftigt man sich mit solchen W-Fragen (Was? Warum? Wozu?). Im Philosophieunterricht von der Jahrgangsstufe 10 bis zur Jahrgangsstufe 12 gibt es 14 große Themenbereiche, die sich insgesamt in mehr als 51 Unterthemen gliedern. Jedes Schülerinteresse lässt sich also in dieser großen Themenvielfalt wiederfinden und unterbringen. Jeder und jede von euch hat schon einmal philosophiert. Jede und jeder kann philosophieren! Auch Kinder philosophieren bereits: „Und was ist hinter den Sternen?“ „Sind dort wieder nur Sterne (oder Galaxien) zu finden – bis ins Unendliche?“ „Wie fing alles an?“ „Was kommt danach?“

Fragen über Fragen...

Philosophieren ist mit einer bestimmten Stimmung und Haltung verbunden, man ist in besonderer Weise motiviert (bewegt): Der ständige Begleiter des Philosophieren ist nämlich das Staunen. Ganz selbstverständliche (auch alltägliche) Dinge, menschliche Verhaltensweisen und Vorgänge sieht man auf einmal mit anderen Augen: einen Computer, einen Stuhl, einen Spielfilm, ein Bild usw.

Aristoteles (384 bis 322 vor unserer Zeitrechnung):
„Durch das Staunen haben die Menschen jetzt wie auch
zuerst zu philosophieren begonnen.“ 


Was passiert im Philosophieunterricht?

Im Philosophieunterricht wird viel diskutiert und gründlich nachgedacht. Aber es wird nicht „gelabert“. Es geht darum, gute Argumente zu suchen. Man lernt seine Meinung zu  begründen. Manchmal werden auch Texte interpretiert, aber nicht nur: Ebenso werden z.B. Spielfilme analysiert und gewöhnliche Verhaltensweisen wie Alltagsgegenstände philosophisch erörtert.

Für uns in Europa galt lange nur die altgriechische Philosophie als die Quelle und der Anfang des Philosophierens. Heute muss man aber berücksichtigen, dass auf der ganzen Welt philosophiert wird und lange schon wurde, in Afrika z.B. anders als in Indien oder in China. Deshalb darf man sich im Philosophieunterricht auch für andere Kulturen interessieren.

Übrigens: Ein wenig komisch, seltsam oder einfach: ungewöhnlich - und damit interessant – sind Philosophinnen und Philosophen doch; manchmal auch richtig unbequem, wenn sie mit ihren kritischen Fragen den Machthabern, den Satten, Oberflächlichen und Bequemen auf den Wecker gehen.

Deshalb standen im alten Griechenland die Philosophen und Philosophinnen unter dem besonderen Schutz der Göttin Athena. Das ihr heilige Tier ist die Eule.

Das Fach Praktische Philosophie in der Sekundarstufe I

 Das FachPraktische Philosophie wird gegenwärtig am Gymnasium Martinum nicht unterrichtet. Die Fachkonferenz Philosophie gibt dazu folgende Informationen – in Abstimmung mit der Schulleitung wie mit den Fachkonferenzen für Religion:

Für diejenigen Schüler und Schülerinnen, die bereits jetzt nicht am Religionsunterricht teilnehmen und für später vom Religionsunterricht abgemeldete Schülerinnen und Schüler gilt folgende Regelung: Für sie ist die Teilnahme am Fach Praktische Philosophie als Ersatzfach verpflichtend. Sie sollten – während die anderen Schüler und Schülerinnen am Religionsunterricht teilnehmen – möglichst nicht mehr nur beaufsichtigt werden, z. B. bei passiver Teilnahme an Unterrichtsstunden der Fächer Politik, Deutsch etc.

Auch am Gymnasium Martinum muss das Fach Praktische Philosophie unter bestimmten Voraussetzungen angeboten werden. So könnten Schüler und Schülerinnen aller Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I mit Beginn eines neuen Schuljahres am Fach Praktische Philosophie teilnehmen, wenn eine entsprechend hohe Anzahl an Abmeldern vom Religionsunterricht vorliegt sowie ein entsprechender Personalbestand an Lehrern und Lehrerinnen für dieses Fach zur Verfügung steht.

Die Zielsetzung dieses Faches ist es, gemeinsam mit den Jugendlichen Möglichkeiten zu erschließen, sich in einer immer komplizierter werdenden Welt sinnvoll zu orientieren, um individuelles wie kollektives Handeln überlegter gestalten zu können. Damit soll zu eigenverantwortlichem ethischem Handeln in einer demokratischen Gesellschaft motiviert und bereits früh die eigene Urteilsfähigkeit ausgebildet werden.

Themen können z. B. sein: Was bedeuten Freunde und Partner für mein Leben? Was ist Liebe? Wie gehe ich mit Tod und Sterben um? Welche Werte sind mir wichtig? Wie lassen sich ethische Werte begründen? Wie gehe ich sinnvoll mit Technik um? ….

Teilnahme/ Organisatorisches:

Religionsmündige Schülerinnen und Schüler (ab 14 Jahren) können sich selbständig im Sekretariat vom Religionsunterricht schriftlich abmelden. Jüngere Schüler und Schülerinnen müssen dort von ihren Eltern schriftlich vom Religionsunterricht abgemeldet werden. Damit wird für die nicht am Religionsunterricht teilnehmenden Schüler und Schülerinnen der Unterricht im Fach Praktische Philosophie verbindlich und – wenn die genannten Voraussetzungen gegeben sind – angeboten.

Das Fach wird in der Regel mit zwei Wochenstunden erteilt und ist versetzungswirksam. Wechsel sind aus organisatorischen Gründen jeweils nur zum Schulhalbjahr möglich.