Exkursion des Erdkunde Leistungs- und Grundkurses nach Berlin

Am Mittwoch, den 22. September war es endlich wieder soweit. Der Erdkunde Leistungs- und Grundkurs machten sich mit ihren Lehrerinnen Frau Gerlach und Frau Ruthenschröer auf den Weg nach Berlin. Aufgrund der pandemischen Situation war lange nicht klar, ob diese Exkursion überhaupt realisiert werden konnte. Umso glücklicher waren die 22 Schüler*innen, als sie um 8:40 Uhr im Zug Richtung Hauptstadt saßen.

Auf der Exkursion befassten sich die Schüler*innen mit der Entwicklung Berlins unter geschichtlichen und insbesondere stadtgeographischen Aspekten. In Referaten, die die Schülergruppen vorbereitet hatten, wurde zunächst die Entwicklung Berlins vom Mittelalter über das Industriezeitalter und die Zeit der Teilung bis hin zu der Öffnung der Mauer 1989 dargestellt. Im Zuge der Exkursion wurden verschiedene Stadtteile Berlins besucht und deren Entwicklung sowie die heutige funktionale und sozioökonomische Situation betrachtet.

Am Mittwoch wurde zunächst die City West in Berlin-Mitte mitsamt des Zoologischen Gartens, der Gedächtniskirche und dem Kurfürstendamm besucht. Nach einer kurzen Pause fuhr die Gruppe in den Stadtteil Kreuzberg. Hier wurde gemeinsam gegessen, um dann Kreuzberg bei Dunkelheit zu erkunden. Besonders beeindruckend war das pulsierende Leben in dem Stadtteil und der Blick über die Spree Richtung Medienhafen und somit in den ehemaligen Osten der Stadt. Dieser war das Ziel des abendlichen Spaziergangs, den wir über die Oberbaumbrücke und entlang der East Side Gallery erreichten.  

Am Donnerstag war der erste Standort das Regierungsviertel. Hier stellte eine Schülergruppe die Entwicklung, die Bedeutung und die Funktionen der einzelnen Regierungsgebäude (Reichstag, Bundeskanzleramt, Paul-Löbe-Haus, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Band des Bundes) vor. Auch hier begegnete den Schüler*innen die Teilung Berlins und die nach dem Mauerfall existierenden Brachflächen, auf denen die Regierungsgebäude entstehen konnten. 
Am Pariser Platz und dem Brandenburger Tor wurden den Schüler*innen die Funktionen von Botschaften erläutert. Aufgrund eines maltesischen Staatsbesuches wurde der Pariser Platz geräumt, so dass die Gruppe Richtung Potsdamer Platz weiterzog und auf dem Weg das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa besuchen konnte. 
Nach einer Mittagspause wurde die Entwicklung des Potsdamer Platzes thematisiert. An dieser Stelle war der Todesstreifen besonders breit, so dass nach der Öffnung der Mauer eine große Brachfläche mitten in Berlin für Projekte und Bebauungen zur Verfügung stand. Der letzte erhaltene Wachturm der ehemaligen DDR in Berlin wurde besichtigt und im Anschluss als Kontrast das neu gebaute Sony-Center. Zum Abschuss des Standorts durften die Schüler*innen mit dem schnellsten Aufzug Europas auf ein Hochhaus am Potsdamer Platz fahren, um Berlin von oben zu betrachten.
Am Abend wurde gemeinsam Pizza gegessen, um den zweiten Exkursionstag ausklingen zu lassen. 

Am Freitag wurde der Stadtteil Berlin-Marzahn vorgestellt, ein ehemaliges Angerdorf, das durch die zu DDR-Zeiten gebaute Großwohnsiedlung in Plattenbauweise geprägt ist. Dieser Stadtteil konnte leider nicht angesehen werden, das Referat und die Fotos vermittelten aber einen guten Eindruck. 
Als letztes wurde der Stadtteil erkundet, in dem auch das Hostel lag – Prenzlauer Berg. Einst war dieser Stadtteil durch die Landwirtschaft geprägt, während der Teilung Berlins in Ost und West und im Zuge der Industrialisierung wurden hier Mietskasernen gebaut in denen die Menschen in äußerst schlechten Lebensverhältnissen lebten. Nach aufwendigen Sanierungen, Erneuerungen und der damit einhergehenden Gentrifizierung ist Prenzlauer Berg nun ein schöner, gepflegter Stadtteil, der besonders für Familien und die einkommensstarke Bevölkerung attraktiv ist.  

Insgesamt haben die Schüler*innen Berlin durch die Exkursion ganz neu und anders kennengelernt. Sie sammelten viele Eindrücke und konnten Elemente des Themas Stadtgeographie vor Ort erfahren.