Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten - 4x Landessieger NRW

Vier Beiträge von Schülerinnen und Schülern des Martinums sind beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit einem Landessieg ausgezeichnet worden. Die Arbeiten sind zu dem übergeordneten Thema „Bewegte Zeiten – Sport macht Gesellschaft“ entstanden und erhielten jeweils ein Preisgeld von 500 Euro. Hier erhalten Sie die Möglichkeit die Beiträge zu lesen oder zu hören.

»Die Entstehung des Freibades 1938. (K)Ein politisches Instrument?«
von Annika Marie Spät
(Klasse 12, Gymnasium Martinum, Emsdetten, Tutorin: Donata Hillmann)

Das Waldfreibad in Emsdetten wurde 1938 eröffnet. Bau und Betrieb erfolgten also während der nationalsozialistischen Herrschaft. Annika Marie Späth stellte sich daher die Frage, wie Politik und Ideologie die Planung der Sportstätte beeinflussten. Bei ihrer Recherche in der Fachliteratur stellte die Zwölftklässlerin fest, dass dem Schwimmen als ›Wehrsport‹ eine besondere Bedeutung zukam. In der Berichterstattung der ›Emsdettener Volkszeitung‹ die die Verfasserin auswertete, wurde die besondere Bedeutung des Freibads für ›Volksgesundheit und Ertüchtigung‹ betont. Durch die Lektüre der Verwaltungsakten im Stadtarchiv konnte die Schülerin jedoch aufzeigen, dass die Verwaltung in Emsdetten nicht nur aus ideologischen Gründen handelte. Bürgermeister Josef Hülsmann nutzte die politische Rhetorik auch, um kommunalpolitische Projekte wie den Bau des Freibades voranzutreiben. Die schriftliche Arbeit zeigt das Nebeneinander von praktischer Stadtplanung und Ideologie des NS-Regimes.

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»Alles neu nach dem Krieg? Erziehung im Sportunterricht der 1950er bis 1970er Jahre«
von Alina Bockholt, Mika Brockmann und Sarah Strickmann
(Klasse 9, Gymnasium Martinum, Emsdetten, Tutorin: Donata Hillmann)

Das Ende des Zweiten Weltkriegs bedeutete auch für Sportvereine und den schulischen Sportun-terricht einen Neustart. Trainings- und Lehrpersonal fehlten, Schulen und Sporthallen waren zer-stört und die Vereinnahmung von Sport und Turnen durch den Nationalsozialismus machte eine pädagogische Neuaufstellung erforderlich. Alina Bockholt, Mika Brockmann und Sarah Strick-mann haben sich der Frage gewidmet, wie in Emsdetten der Neuanfang im schulischen Sportun-terricht gelang und welche Bedeutung dieser in den folgenden beiden Jahrzehnten hatte. In einer grafisch gestalteten Sonderausgabe ihrer Schulzeitung präsentieren sie historische Quellen und Bilder und lassen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte aus verschiedenen Jahrgängen zu Wort kommen. Zudem gehen sie auf organisatorische und bauliche Veränderungen der Schule in den 1960er Jahren ein und reflektieren die Veränderungen im Verhältnis zwischen Lehrpersonal und Schülerinnen und Schülern in der Bundesrepublik.

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»Sportissimo!«
von Kara Ludwig und Thea Parrey
(Klasse 12, Gymnasium Martinum, Emsdetten, Tutorin: Donata Hillmann)

Sportlerehrungen sind nichts Ungewöhnliches. Doch die 1984 ins Leben gerufene Sportshow ›Sportissimo‹ in Emsdetten wurde schnell über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Mit prominen-ten Gästen und skurrilen Rekordversuchen entwickelte sie sich in wenigen Jahren zu einem der-artigen Publikumsmagneten, dass das Programm in einigen Jahren zweimal veranstaltet wurde und sogar ein Ableger in einer anderen westfälischen Stadt gegründet wurde. Kara Ludwig und Thea Parrey zeichnen die Entwicklung der Sportshow und ihren Erfolg nach. Dabei wägen sie auch ab, wie viel Verdienste die Veranstaltung für die lokalen Sportvereine hatte und ob die Show dem Sport nicht irgendwann die Schau stahl. Dafür werteten sie Zeitungsartikel aus drei Jahrzehnten aus und sprachen mit dem Gründer und ›Showmaster‹ Josef Lülf sowie einigen der geehrten Sportlerinnen und Sportler. Ihre Ergebnisse verarbeiteten sie in einem Magazin mit zahlreichen historischen Fotos.

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»Hoch hinaus. Der Weg des Ballons im Münsterland nach ganz oben«
von Timo Zinczuk, Kaya Pieper, Peter Leineweber, Emre Korkmaz und Linus Knappheide
(9.-12. Klasse, Gymnasium Martinum, Emsdetten, Tutor/innen: Maximilian Meimberg, Nicole Merte und Daniel Peitz)

Ein historischer Nachrichtenbeitrag über die Taufe eines Heißluftballons in Emsdetten weckte das Interesse der Medien-AG des Gymnasiums Martinum. Ihre weiteren Recherchen brachte die Gruppe auf die Spur des Ballonfahrtpioniers Ferdinand Eimermacher, der sich bereits im Kaiser-reich für die Verbreitung dieses Sports in Westfalen engagierte und 1928 beim traditionsreichen internationalen Gordon-Bennet-Ballonrennen beinahe ›Weltmeister‹ im Gasballon geworden wäre. Ausgehend von der Geschichte Eimermachers und der von ihm begründeten Vereine beleuchtet die Gruppe die Entwicklung des Ballonsports im 20. Jahrhundert. Dabei thematisiert sie politische und gesellschaftliche Aspekte wie das Verbot des freien Fliegens im Nationalsozialis-mus oder die Bedeutung von Sponsoren, Militärs und finanzkräftigen Vereinsmitgliedern. Die AG erarbeitete aus ihren Recherchen ein halbstündiges Hörfeature. Zur Vorbereitung veranstaltete sie einen Workshop mit einem Radiojournalisten und machte Atem- und Sprechübungen.

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Zusammenfassende Texte und Plakat: Körber-Stiftung Hamburg