Kindheit in Diktatur und Krieg - eine Zeitzeugenbefragung

Am Montag, den 22.06.2015, haben wir, die 5e zusammen mit unserer Politiklehrerin, zwei Zeitzeuginnen des 2. Weltkriegs zu uns eingeladen. Die beiden Damen (Frau Stegemann, 85, und Frau Kortevoß, 82) schilderten uns, wie die Kindheit in der Hitlerzeit war. Wir lernten, wie grausam diese Zeit war, denn sie erzählten uns, wie eingeschränkt man als Kind leben musste.

Wir haben auch erfahren, dass es viele Gesetze gegen Juden gab, z.B. durfte man nichts von ihnen kaufen, sich nicht mit ihnen einlassen und sie durften keine Fabriken, Geschäfte usw. mehr besitzen.

Emsdetten wurde von den Bomben verschont, aber Münster hat viele Bomben abbekommen. Die beiden Damen erzählten, dass ihnen nicht alle Gefahren bewusst waren, so haben sie früher mit Blindgängern (Bomben, die nicht explodiert sind) gespielt und versucht sie anzuzünden.

Zeitzeugen

Der Lehrer von Frau Stegemann war ein sehr treuer Nazi (Hitler-Gefolgsmann) und sehr streng. Er hat den Schülern und Schülerinnen immer Gedichte gegen Juden als Hausaufgaben aufgegeben, die man auswendig lernen musste. Wenn man die Gedichte nicht gelernt hatte, bekamen die Eltern einen blauen Brief mit der Drohung, dass sie zur Strafe in ein Lager kämen. Damals wurden auch viele, viele Juden in sog. KZ (Konzentrationslager) gebracht, aber davon haben sie als Kinder nichts mitbekommen.

Frau Kortevoß musste sich als Kind 4 Wochen lang im Moor verstecken. Dort mussten sie durch Gräben robben, um die Kühe zu melken. Damit konnten sie dann die kleineren Kinder füttern. Sie mussten robben, um von der Wehrmacht nicht gesehen zu werden. Sie hatten sich nämlich mit ca. 50 Leuten im Moor versteckt. Da sie kein sauberes Wasser hatten und keine Medikamente, starben 7 Leute an Diphterie (Infektion der Atemwege, von Bakterien,) so auch 2 Geschwister von Frau Kortevoß.

Andere, wie Frau Stegemann, haben Tage und Nächte im Keller oder in selbst gebauten Bunkern verbracht, wenn die Sirenen gingen.

Als die Front kam, haben die Engländer ihnen oft etwas zu essen geschenkt, oder Schokolade gegeben.

Es war ein toller, interessanter und spannender Vortrag.

Eure 5e