Wenn aus Karten 3-D-Modelle werden

„Computer statt Heft, Maus statt Bleistift, 3-D-Modell statt Planskizze“, hieß es für die Erdkundeschüler der Klasse 9d des Martinums. Erstmals wurde die europäische Stadtentwicklung in einem 3-D-Druck dargestellt.

Zunächst erarbeiteten die Schüler die Strukturen und Merkmale der römischen, mittelalterlichen, absolutistischen und gründerzeitlichen Stadt. Kooperativ wurden Stadtviertel mit den Merkmalen der unterschiedlichen Epochen modelliert. Die nötigen Kompetenzen vermittelte Herr Mario Pesch vom Schülerlabor "GI@School" der Universität Münster: „Der 3-D-Druck ist eine innovative Technik, die noch in den Kinderschuhen steckt, aber Visualisierungsoptionen eröffnet, die weit über Möglichkeiten von Schulbüchern und 2-D-Animationen hinausgeht.“ Die Nutzung eines 3-D-Druckers in der Schule blieb bisher auf wenige Projekttage häufig ohne direkten Lehrplanbezug beschränkt. „Wir freuen uns, dass wir erstmals eine lehrplanrelevante Unterrichtsreihe durch den 3-D-Druck bereichern und veranschaulichen konnten“, ist Erdkundelehrer Stefan Lesch begeistert und plant zukünftige städtebauliche Projekte in Emsdetten mit seinen Kursen zu modellieren.

 

 

3D-Druck

 

„Es ist schön, dass so revolutionäre Sachen wie der 3-D-Druck an die Schule kommen“, findet Schülerin Kristi Kubešová. Auch in anderen Fächern bietet der 3-D-Druck neue Möglichkeiten. Wenn Schüler Atommodelle selbst modellieren und drucken, dann könnten mehr Schüler einen Zugang zu den abstrakten Atommodellen im Fach Chemie gewinnen. In Zukunft wird dem Martinum immer ein 3-D-Drucker zur Verfügung stehen, sodass auch andere Fachschaften vom Mehrwert profitieren. „Uns ist auch wichtig, dass wir unsere Schüler in Kontakt mit innovativen Technologien bringen, damit sie auf dem neusten Stand der Technik ausgebildet und für die zukünftigen Anforderungen der Berufswelt gerüstet sind“, freut sich Schulleiterin Anne Jürgens über das Engagement der Schüler.