Das Gymnasium Martinum nimmt Abschied von seiner ehemaligen Schülerin Rita Süßmuth, die zu den prägenden politischen Persönlichkeiten der Bundesrepublik Deutschland zählte.
Rita Süßmuth besuchte das Gymnasium Martinum in der Zeit vom 14. November 1949 bis zum 31. März 1953. Ihre Schulzeit fiel in eine besondere Phase der Schulgeschichte: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Martinum ab 1946 als Progymnasium geführt.
Zwar bot die Schule bereits eine gymnasiale Ausbildung an, verfügte jedoch noch nicht über eine eigene Oberstufe. Ein Abitur konnte daher vor Ort noch nicht abgelegt werden. 1953, also kurz nach dem Ende ihrer Schulzeit am Martinum, fasste der Rat der Stadt Emsdetten den Beschluss, das Progymnasium zur sogenannten „Vollanstalt“ auszubauen.
Nach ihrem Weggang vom Martinum wechselte sie an das Emsland-Gymnasium in Rheine, wo sie 1956 ihr Abitur ablegte.
Rita Süßmuths späterer Lebensweg – als Wissenschaftlerin, Bundesministerin, Bundestagspräsidentin und engagierte Streiterin für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Frauenrechte und Demokratie – zeigt eindrucksvoll, wie prägend frühe Bildungsstationen sein können. Die Verbindung zum Gymnasium Martinum blieb dabei bestehen: 2012, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Schule, besuchte sie ihre ehemalige Wirkungsstätte. In ihrem Grußwort für die Festschrift erinnerte sie sich an diese Zeit mit den Worten:
„Ich selbst habe das Progymnasium besucht, als man gerade die nach den Wirren des Krieges entstandenen provisorischen Klassenräume verlassen hatte und endlich zur Normalität zurückkehren konnte.“
Das Gymnasium Martinum erinnert sich mit Respekt und Dankbarkeit an eine ehemalige Schülerin, deren Wirken weit über die Schulzeit hinaus Bedeutung erlangt hat.

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