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Besuch von der Seelsorge – Notfallseelsorger und Trauerbegleiter im Religionsunterricht der 9

Unseren evangelischen Religionsunterricht haben in den Wochen vor Ostern drei Personen besucht, die sich beruflich im Bereich der Seelsorge engagieren.

Seel-sorge ist, wie es die Bezeichnung schon verrät, das Sorgen und Sich Kümmern um jemandes Seele, die es in einer akuten Notsituation oder über einen längeren Zeitraum im Leben sehr schwer hat, zurecht zu kommen.

Christoph Knuf ist Pfarrer, der zugleich als Notfallseelsorger im Kreis Saerbeck/Emsdetten arbeitet. Er kommt dann zum Einsatz, wenn Menschen keine Möglichkeit mehr haben, alleine mit einer Situation umzugehen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Menschen in einen schweren Autounfall verwickelt gewesen sind und der Mitfahrer nicht überlebt hat, der Lebenspartner überraschend zu Hause verstorben ist oder sich ein naher Angehöriger suizidiert hat.

Der Notfallseelsorger Christoph Knuf spricht den Betroffenen, der mit einem Notfall konfrontiert ist und Hilfe braucht, oft mit diesen Worten an: „Ich bin Christoph und ich bin die nächsten Stunden, so lange wie Sie mich brauchen, für Sie da!“

Sein Ziel ist, den Betroffenen zu stabilisieren, damit er nach den ersten Stunden auch ohne ihn der Situation entsprechend gut klarkommt, und wieder handlungsfähig zu machen, sodass er sich beispielweise mit Essen und Trinken versorgen kann.

Für ihn ist es entscheidend, da zu sein, aktiv zuzuhören und gesprächsbereit zu sein. Er meint, gar nichts zu sagen sei schlimmer als etwas Falsches zu sagen. Darüber haben wir uns im Unterricht länger unterhalten, da zum Beispiel Sofia gegenteiliger Meinung war. Joel fand Herrn Knuf cool, alle konnten sich gut vorstellen, dass er seinen Job gut macht.

Birgit Wältring und ihre Kollegin vom Hospiz haus hannah haben uns erzählt, was Seelsorge im Vergleich zur Notfallseelsorge ist und wie sie Trauergespräche führen. Seelsorge beginnt im Anschluss an die Versorgung einer Person im Notfall, wofür noch die Notfallseelsorger zuständig sind. Nun geht es um die Betreuung einer unter einem Trauerfall, einer Krankheit, einer komplizierten Trennung etc. leidenden Person, die vielleicht schon etwas länger alleine versucht hat, mit der schwierigen Situation klarzukommen, dann aber spürt, dass ihr professionelle Hilfe gut tun würde.

Frau Wältrings Motto, das sie sich selbst immer wieder vor Gesprächen mit Betroffenen sagt: „Keine Angst vor fremden Tränen!“ Seelsorge-Gespräche zu führen hat es natürlich auch für Profis in sich, da der Betroffene leidet, sehr traurig ist, vielleicht viel weint, wütend ist und eben oft auch un-tröstlich. Man hat als Trauerbegleiter, also als derjenige, der mit einem Betroffenen Gespräche führt, nicht die Lösung. Man kann nicht schnell dafür sorgen, dass es dem anderen wieder besser geht. Das muss man aushalten können.

Aber Frau Wältring ist davon überzeugt, dass „diejenigen, die weinen, eigentlich die Starken“ sind.  Durch Weinen bzw. Trauern in welcher Form auch immer löst sich der Kloß, den das Schlimme, was einem Betroffenen widerfahren ist, gebildet hat. Nur durch Trauern kann man wieder zurück ins Leben finden. Daher empfindet sie die Trauerbegleitung als sehr sinnstiftend und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen.

Damit auch wir – wenn auch unprofessionelle – Trauerbegleiter sein und Geschwistern, Freunden etc. beistehen können, wenn sie traurig sind oder unter etwas leiden, haben wir zum Abschluss unseres Gesprächs, das uns hierzu natürlich auch schon ganz viel vermittelt hat, noch diesen „Engel“ bekommen:

engel.png

Mit dessen Hilfe sowie anhand von guten sowie schlechten Praxisbeispielen und nach mehreren praktischen Übungen haben wir im Kurs zu selbst gewählten Krisensituationen eigene Seelsorgespräche gestaltet. Ein Beispiel, das uns allen richtig gut gefallen hat, ist von Ella und Sophia. Ihr könnt es euch anhören, wenn ihr die Audio unten öffnet.

Wir sind nun ein Stück handlungsfähiger geworden, was das Sorgen für jemandes Seele angeht. Wir lassen uns hoffentlich nicht von Tränen und Traurigkeit davon abhalten, da zu sein, zuzuhören, miteinander zu sprechen und ganz konkrete praktische Hilfe anzubieten.

Die Besuche haben sich gelohnt – herzlichen Dank!

Viktoria Hartermann, Sophia Witt und Ella Gerigk

Audiobeitrag:

 

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