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Digitales Vertiefungsseminar zur Geschichte der DDR am Martinum

Am Montag, dem 16. März, nahmen drei Klassen der 10. Jahrgangsstufe des Martinums an einem digitalen Vertiefungsseminar zur deutschen Zeitgeschichte teil. Organisiert wurde die Veranstaltung von Dr. Andreas Neumann, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Linksradikale Utopien gestern & heute“ an der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Der Referent wurde 1983 selbst in Ostberlin geboren und brachte damit auch persönliche Bezüge zur Geschichte der DDR in die Veranstaltung ein. So berichtete er unter anderem, dass seine Eltern bereits einen Trabant für ihn kauften, als er vier Jahre alt war – ein Beispiel dafür, wie lange man in der DDR oft auf ein eigenes Auto warten musste.

Im Mittelpunkt des jeweils 90-minütigen Seminars stand die Frage: „Die DDR – ein sozialistisches Paradies?“

Zu Beginn des Seminars wurde eine interaktive Übung über die Plattform LearningApps.org eingesetzt. Dabei ordneten die Schülerinnen und Schüler zentrale, bekannte Bilder der DDR-Geschichte den passenden Jahreszahlen auf einem digitalen Zeitstrahl zu. Die Übung half, historische Ereignisse zeitlich einzuordnen, Vorwissen zu aktivieren und die Teilnehmenden spielerisch auf die anschließenden inhaltlichen Diskussionen vorzubereiten.

Seit ihrer Gründung im Oktober 1949 präsentierte sich die DDR als der „bessere deutsche Staat“ – als ein Land, in dem durch den Sozialismus Frieden und Freiheit verwirklicht worden seien. Im Seminar wurde die Entwicklung der DDR als sozialistischer Staat näher betrachtet und diskutiert, inwiefern dieser Anspruch mit der historischen Realität übereinstimmte.

Anhand ausgewählter Quellen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit dem Herrschaftssystem der SED, dem Bau der Berliner Mauer, dem Überwachungsapparat des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sowie mit dem Umgang des Staates mit Protestbewegungen. Dabei setzten sich die Teilnehmenden auch mit der staatlichen Propaganda der DDR auseinander und lernten, diese zu analysieren und kritisch einzuordnen.

Am Martinum nahmen die Klassen 10a (in den ersten beiden Unterrichtsstunden) sowie 10c und 10d (in der 5. und 6. Stunde) an den digitalen Veranstaltungen teil. Die Durchführung vor Ort wurde durch die Zusammenarbeit von Herrn Farin und Herrn Peitz ermöglicht.

Das Vertiefungsseminar richtet sich grundsätzlich an Schülerinnen und Schüler sowie junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren. Die Veranstaltungen sind für Gruppen mit maximal 25 Teilnehmenden konzipiert und dauern 90 Minuten. Das Bildungsangebot ist kostenfrei und kann in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, bundesweit bei Bildungseinrichtungen vor Ort oder teilweise auch digital durchgeführt werden.

Das digitale Format bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich intensiv mit einem wichtigen Kapitel der deutschen Zeitgeschichte auseinanderzusetzen und historische Quellen kritisch zu reflektieren.

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